Die ersten 4 Wochen

Das Restaurant-Team

Nun sind die ersten vier Wochen meines Praktikums vorüber und ich habe einiges zu erzählen.

In den letzten Wochen musste ich vieles erledigen. Morgens muss ich das Salatbuffet vorbereiten, das besteht aus: Salat, Rotkraut, Gurken, Zwiebeln, Paprika, Tomaten, Oliven und Roter Beete. Danach werden die Früchte für die Patisserie vorbereitet, dafür schneide ich Honigmelonen, Ananas und Wassermelone, befülle Platten mit verschiedenen Früchten (Trauben, Kirschen, Pflaumen, usw.). Nachdem die Früchte und das Gemüse vorbereitet wurden, ist es schon 10:30 und dann fangen wir (ich und die anderen Commis) an, das Restaurant zu kehren und zu wischen. Um 11:30 isst das Personal und danach habe ich bis 13:00 Uhr frei.

Um 13:00 fängt meine Mittagsschicht an. Ich bereite am Buffet die Teller für die Gäste vor. In diesen vier Wochen musste ich meine Sprachkenntnisse einsetzen, da jetzt mehr Deutsche und Österreicher in das Hotel kommen, ich konnte sogar ein bisschen Spanisch probieren! Nachdem die Gäste ihre Appetizer bekommen haben, gehe ich in die Patisserie und serviere ihnen dort Kuchen, Früchte und Eiscreme. Nachdem die Gäste das Restaurant verlassen haben, kehren und wischen wir den ganzen Saal.

Das Abendessen findet um 18:30 statt.

Meine Spätschicht beginnt um 20:00 Uhr. In der Spätschicht mache ich dasselbe wie Mittags, also Buffet und Patisserie. Um 22:30 hat der Tag auch sein Ende erreicht.

So sahen die ersten vier Wochen meines Praktikums aus, mal sehen wie die Restlichen Wochen aussehen.

Glück im Unglück

Die ersten 3 Wochen meines Praktikums habe ich im Frühstücksservice am Buffet und „am“ Gast gearbeitet, ab der vierten Woche hieß es für mich Abendservice im Restaurant, also startete ich am Montag erst um 14:00 Uhr meine Schicht. Wir begannen alles vorzubereiten und das Restaurant für den Abend einzudecken. Es lief alles und wir lagen gut im Zeitplan. Kurz vor 19 Uhr wollte ich die letzten 2 Weingläser auf einen Tisch bringen, als das Unglück passierte. 

Ich hatte 2 Weingläser in meiner rechten Hand, blieb an einer Treppenstufe hängen und fiel hin. Dabei zersprangen beide Weingläser in meiner Hand und schnitten mir außen in meinen Arm. Innerhalb von 2 Sekunden war alles voller Blut, auch meine weiße Arbeitsuniform war nun rot gesprenkelt. Da niemand in der Nähe war, stand ich auf und rannte in die Küche, wo aber keiner bemerkte, dass ich stark blutete. Ich rief um Hilfe, da es sich so anfühlte, als würde ich gleich umkippen. Im nächsten Moment waren alle in der Küche um mich herum, brachten Verbandszeug und holten meine Chefs, die mich beruhigten. Währenddessen verarzteten die Köche meinen rechten Arm. Ich merkte, wie mir immer schwindliger wurde, und als die Köche endlich fertig waren, meinte mein Chef, dass ich sofort ins Krankenhaus müsste. Mir war immer noch sehr schwindelig, ich setze mich daher gegen eine Wand, aber ich verstand nichts, da meine Ohren vollkommen taub waren. Als ich wieder mich etwas gefangen und etwas Wasser getrunken hatte, konnte ich den Chef verstehen und erwiderte, dass mich bitte jemand ins Krankenhaus bringen solle, der Deutsch kann, sonst würde ich nichts verstehen. Das machte die Sache für meine Chefs deutlich schwerer, da wir nicht viele deutschsprachige Angestellten im Hotel haben.

Sofort wurde ich von einem Kollegen mit einem Club Car (Elektrowagen) im Höchsttempo zum Gate gefahren, eine Minute später kam der Sohn der Hotelbesitzerin mit dem Auto angefahren und wir machten uns auf den Weg ins Krankenhaus. Es dauerte etwa 15 Minuten bis zum Krankenhaus nach Agios Nikolaus, wo tatsächlich ein deutschsprachiger Arzt anwesend war, der mir allerdings gleich erklärte, dass man kein Röntgengerät besitzen würde. Ohne eine Aufnahme könne man aber nicht sicher sagen, ob noch Weiteres in der Wunde. Wir müssten daher in ein anderes Krankenhaus, rund 50 Min. Fahrzeit entfernt.

Nach der ganzen Fahrerei und meinen Schmerzen im Handgelenk waren der Sohn und ich ziemlich genervt, als wir endlich ankamen. Die Empfangsdame konnte nicht nachvollziehen, dass ein Mädchen aus Deutschland hier regulär arbeitet, dann einen Unfall hat, kein einziges Ausweispapier mit sich führt und darüber hinaus nicht mal die Sozialversicherungsnummer (AMKA) auswendig weiß.

Also schrieb ich der Dame meinen Namen, meinen Geburtstag und die Telefonnummer auf, dann wurden wir wieder nach hinten geschickt, wo man den provisorischen Verband der Köche entfernte. Die Wunde wurde gereinigt, desinfiziert und neu verbunden, dann wurden wir zum Röntgen geschickt. Dort erklärte uns ein Mann, dass wir erst mal warten müssen, bis er das Röntgengerät wieder repariert habe. Nach circa 25 Minuten rief er mich rein und meine Hand wurde geröngt. 2 Minuten später drückte er uns einen Umschlag in die Hand und schickte uns in die Notaufnahme zurück. Dort schaute sich die Krankenschwester sich den Bericht an, brachte mich in das Behandlungszimmer und erklärte mir mit gebrochenem Englisch, das sie den Bereich um die Wunde betäuben würde, um nachsehen zu können, ob sich noch weitere Glassplitter in der Wunde befinden. Dann erzählte sie mir, dass man Glas auf einem Röntgenbild aber nicht sehen kann. Sie entfernte den Verband, betäubte meinen Arm, drückte in der Wunde herum und entfernte noch einen Splitter. Danach nähte sie die Wunde zu. Nach zweieinhalb Stunden fuhren wir dann wieder in Richtung Hotel.

Der Anfang des Praktikums

Am 18. Juni begann meine Reise nach Italien. Zusammen mit meinen Eltern habe ich mich um 14 Uhr auf den Weg nach Italien gemacht. Nach einer circa 6 Stunden langen Autofahrt sind wir bei meiner Oma angekommen, wo wir den darauffolgenden Tag verbracht haben.

Am Sonntag ging es dann für mich nach Cervia, einer schönen Kleinstadt direkt am Strand, wo mein 10-wöchiges Praktikum am 21. Juni beginnen würde. Nach meiner Ankunft spät Nachmittags im Hotel Burrati, wurden mir zuerst die Mitarbeiterwohnungen gezeigt, die Zimmer sind so na ja, aber wenigstens gibt es eine Klimaanlage, die man hier unbedingt braucht. Abends ging ich zurück ins Hotel und der Maître Christian hat mir meinen Arbeitsplatz gezeigt und mir die Mitarbeiter vorgestellt.

Der 21. Juni war mein erster Arbeitstag. Um 7:50 stand ich mit weißem Hemd, schwarzer Fliege, schwarzer Anzughose und schwarzen Schuhen in der Küche und habe meine Einweisung für das Buffet bekommen. Da Corona noch sein Übel treibt, dürfen die Gäste ihr Essen nicht selber nehmen.

Ich habe eine 42 Stunden Woche, 6 Tage Arbeit und einen Tag frei.

Ich freue mich auf die 10 Wochen, die ich in diesem Praktikum verbringen werden.

Die Vorbereitung für mein Praktikum in Griechenland

Die Vorbereitung für mein Praktikum bestand aus zwei Teilen:

Der größte Teil fand in Deutschland statt. Es dauerte mehr als 2 Monate, bis ich endlich alle Unterlagen zusammen hatte, die für die griechischen Behörden notwendig sind. Sie benötigen sehr viele Unterlagen, aber dies war zu erwarten. Zuerst muss auch herausgefunden werden, bei welcher deutschen Behörde welche Dokumente ausgestellt werden. Dazu kommt, dass die griechischen Ämter oft mehr Informationen benötigen wie z.B. einen sog. „Ledigkeitsnachweis“, dies entspricht hier einer „erweiterten Meldebescheinigung mit Personenstandsausweis“, in der auch der Familienstand ausgewiesen ist. So etwas bekommt man nicht einfach direkt beim Amt, Termin hin oder her.

Dann besteht die große Schwierigkeit darin, dass einige Dokumente mit einer sog. Apostille versehen werden müssen, dies ist eine Art Beglaubigung durch die übergeordnete Behörde und dieser Vorgang kann bis zu 8 Wochen dauern. Zusätzlich müssen fast alle wichtigen Dokumente durch einen offiziellen Übersetzer ins Griechische übertragen werden, Englisch alleine reicht nicht aus. Unter 10 Wochen sind diese Dinge nicht zu erledigen.

Nun kommt der zweite Teil der Vorbereitung, ab nach Griechenland und dort die Unterlagen bei den Behörden vorlegen. Auch hier ist durch die Pandemie alles aufwendiger, da man für alles einen Termin braucht, netterweise hat das Hotel die Termine für mich schon vorgebucht. Aber die Behörden befinden sich teilweise bis zu 40 km voneinander entfernt, dies ist ohne Auto kaum machbar und hat daher sehr viel Zeit gekostet. Doch zum Glück war ich nicht alleine, denn ich hatte meinen griechisch sprechenden Vater dabei, der alles für mich klären konnte. Alleine wäre ich total aufgeschmissen gewesen, da zum einen die Beamten nur weinig Englisch sprechen konnten, und zum anderen ich mit den ganzen Fachbegriffen überfordert gewesen wäre. Übrigens, es ist auch notwendig, sich eine griechische Mobilnummer zu beschaffen, ohne eine solche sind die Behörden und vor allem die Bank sehr unflexibel.

Aber jetzt ist alles erledigt, und ich habe nun – ausgestattet mit Mobilnummer, Arbeitserlaubnis, Steuernummer und Bankkonto – die offizielle Erlaubnis, mein Praktikum im Hotel zu beginnen.